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Dauerausstellungen

Ein zauberhaftes Schloss

Es ist ein Haus für große und kleine Entdecker. In den historischen Räumen erleben Sie verschiedene Facetten sächsischer Geschichte.

Wappensaal: Im festlichen Saal mit seiner einzigartigen, prächtigen Stuckdecke aus dem Jahre 1609 erklingen regelmäßig Konzerte, werden Trauungen gefeiert und interessante Vorträge gehalten. Er erinnert an die Kunstsinnigkeit der Herren von Bünau, die das Schloss damals ausbauen ließen.

Die Schlosskapelle:

Religion spielte im Leben der einstigen Schlossherren eine bedeutende Rolle. Davon zeugt die Kapelle. Diese wird um 1500 im Stile der Gotik errichtet und im 19. Jahrhundert umgebaut. Wertvolle Konsolköpfe aus Sandstein, die um 1600 geschaffen wurden und zu ihrer Entstehungszeit den großen Trompetersaal zierten, sind hier zu bewundern.

Der Vogelsaal: Der Vogelsaal beeindruckt mit seinen wertvollen Malereien aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Das doppeljochige Sterngewölbe ist mit Renaissanceornamenten und Tierdarstellungen bemalt. Auch auf den Fensterlaibungen konnten Restauratoren Fragmente von Wandmalerei freilegen.

  • Der Wappensaal
  • Der Vogelsaal
  • Herbstzauber


Von den Kursächsischen Postmeilensäulen und der Vermessung der sächsischen Postwege

In der für Sachsen einmaligen Ausstellung wird die Geschichte der bedeutenden Denkmale des kursächsischen Post- und Verkehrswesens erzählt.

Insbesondere erfahren Sie Interessantes über die kursächsischen Postmeilensäulen, die August der Starke (1670-1733) aufstellen ließ, aber auch über die Vermessung sächsischer Straßen, die zur damaligen Zeit mit Messkutsche und -karre erfolgte.

Im 18. Jahrhundert entstand im Kurfürstentum Sachsen das erste flächendeckende europäische Verkehrsleitsystem nach römischen Vorbildern an den damaligen überregionalen Verkehrswegen - die kursächsischen Postmeilensäulen. Die Grundlage dafür bildete die Vermessung des Landes durch Adam Friedrich Zürner (1679-1742) mit Entfernungsangaben in Wegstunden (1 Stunde = 4,531 km). Die prächtigen Distanzsäulen, die in vielen Orten Sachsens zu finden sind, erinnern noch heute an das aufwändige Projekt August des Starken.


Lauenstein – Eine Stadt mit Geschichte

Die Siedlung Lauenstein entstand als Suburbium im Schutze der gleichnamigen Burg und wird erstmals 1340 urkundlich erwähnt.

Die Wirtschaftsgrundlage der Stadt, deren Zentrum ein steil abfallender Marktplatz mit Bürgerhäusern, geschützt von einer Stadtmauer mit drei Toren war, wurde das Handwerk, die meist im Nebenerwerb betriebene Landwirtschaft und der um 1450 einsetzende Bergbau.

Die Verleihung der Stadtrechte erfolgt Schritt für Schritt: ab 1374 erhält Lauenstein das Recht, einen Wochenmarkt abzuhalten, ab 1489 dürfen die Einwohner einen Rat und Bürgermeister wählen, 1494 wird Lauenstein durch die wettinischen Landesherren das volle Stadtrecht zugesprochen.

  • Lauensteiner Fuhrwerksbesitzer Paul Pellmann (1903 - 77)

George Bähr – Leben und Werk des berühmten Lauensteiners

Kaum einer weiß, dass George Bähr, der berühmte Baumeister der Dresdner Frauenkirche, in Lauenstein aufgewachsen ist.

Die Biographie George Bährs birgt viele Geheimnisse, auch kennen wir sein Aussehen nicht, denn ein Porträt des Baumeisters ist nicht überliefert. Als Sohn eines Zimmermanns wird er am 15. März 1666 in Fürstenwalde geboren und wächst in Lauenstein auf, besucht hier wahrscheinlich die Knabenschule und lernt das Zimmermannshandwerk. Im Jahr 1693 geht Bähr nach Dresden und arbeitet in der Residenzstadt als Zimmermann. Er nennt sich Künstler und Mechanicus, entwirft Orgelprospekte genauso wie Schlösser und Palais. Mit 39 Jahren berufen die Dresdner Stadtväter Bähr 1705 zum Ratszimmermeister.

Sein erster Bau ist die Pfarrkirche von Loschwitz bei Dresden, die 1708 fertiggestellt wird. Zahlreiche Kirchen, wie zum Beispiel die Waisenhauskirche in Dresden, die Dorfkirche zur Heiligen Dreieinigkeit in Schmiedeberg und die Kirche in Beitzsch (Biecz in Polen) folgen. Als Baumeister bzw. Berater ist George Bähr in den folgenden Jahren an der Errichtung bzw. dem Umbau der Kirchen in Königstein, Kesselsdorf, Hohenstein sowie in Schmannewitz beteiligt. Nach seinen Vorgaben werden auch verschiedene Wohnhäuser in Dresden errichtet.

Bährs Hauptwerk ist die weltberühmte Frauenkirche in Dresden. Kühn und meisterhaft im 18. Jahrhundert errichtet - wurde sie 1945 zerstört, ab 1991 wieder erbaut und im Oktober 2005 fertiggestellt.

  • Die Unterschrift von George Bähr

Mit Volldampf voraus - Über die Geschichte der Müglitztalbahn

Gerade einmal zwei Jahre dauerte der Bau der Bahnstrecke zwischen Mügeln (heute Heidenau) und Geising. Ab 1890 schnaufen Dampflokomotiven über die Schmalspurstrecke durch das kurvenreiche Müglitztal.

Die Bahnstrecke war damals 36,1 km lang und überwand einen Höhenunterschied von 470 m. Der erste Fahrplan sah vier tägliche Zugpaare vor, die Fahrtzeit betrug für die Gesamtstrecke etwa 150 min. Die Strecke wurde später weitergeführt, so dass Altenberg 1923 einen eigene Bahnstation erhielt.

Von 1934 bis 1938 erfolgte der Umbau auf Normalspur. Der Abschnitt Heidenau–Lauenstein wurde komplett neu trassiert, auf dem restlichen Teilstück bis Altenberg vergrößerte man nur den Kurvenradius. Durch den Neubau war die Regelspurstrecke etwa drei Kilometer kürzer. Heute ist die Strecke eine wichtige Verkehrsanbindung für Berufspendler, Schüler, Touristen und Wintersportler.

Die Dioramen in der Ausstellung berichten über die abwechslungsreiche Geschichte der Eisenbahnstrecke. Wenn das Modell der Schmalspur-Dampflokomotive (eine sächsische VI K) über die Schienen von Geising nach Altenberg fährt, schlagen nicht nur Kinderherzen höher.

  • Bahnhof Lauenstein nach dem Hochwasser 1927

Jäger, Wild und Wald – Die Geschichte der Jagd im Osterzgebirge

Für die Herrschaft Lauenstein spielte die Jagd stets eine wichtige Rolle. Schon im Mittelalter wurde die Jagd mehr und mehr zum Privileg der Adligen. Die Grafen von Bünau hatten das Recht der hohen und niederen Jagd. In der Dauerausstellung sind zahlreiche Trophäen, Tierpräparate und Jagdwaffen zu sehen.

In Lauenstein hat die Beizjagd vermutlich eine längere Tradition. So erzählt die berühmteste Lauensteiner Sage über einen spektakulären Kindesraub:

Der Schlossherr von Lauenstein war um das Jahr 1651 auf einer Reise gestorben. Seine Gemahlin, Agnes Katharina von Bünau, die nun Besitzerin von Lauenstein war, gebar drei Monate nach dem Todesfall einen Knaben, den sie sehr lieb hatte. Als der Knabe zwei Jahre alt war, weilte die Mutter mit dem Kind an einem schönen Frühlingstag auf einem unweit des Schlosses gelegenen Hügel. Der Knabe schlummerte auf dem weichen Rasen. Die Mutter entfernte sich, um Blumen zu pflücken. Plötzlich kam ein gewaltiger Greifvogel aus dem Wald geflogen, der das schlafende Kind mit seinen Fängen erfasste und sich mit ihm in die Lüfte erhob. Langsam trug er die schwere Last dem nahe gelegenen Felsen zu.

Glücklicherweise hatte der am Schloss angestellte Falkner den Vorgang beobachtet. Dieser schickte seinen mutigsten Jagdfalken. Der bedrängte den gewaltigen Greifvogel dermaßen, dass der Adler das Kind loslassen musste. Da er wegen der beträchtlichen Last nicht sehr hoch geflogen war, fiel das Kind unbeschadet in die Wiese und konnte der Mutter wohlbehalten übergeben werden.

 


 

  • Jagdszene, im Hintergrund Schloss und Stadt Lauenstein

Der Wald im östlichen Erzgebirge

Das Waldkulturerbe in unserer Region besser zu verstehen, ist Anliegen unserer Dauerausstellung.

Wie der Wald zu dem wurde, was er heute ist, erfahren die Besucher in verschiedenen Räumen der Dauerausstellung. Sie werden in den einstigen Urwald des Osterzgebirges entführt, hören wie früher in den dichten Wäldern der Region die Wölfe heulten und die Braunbären brummten. Hier können die Besucher auch testen, ob sie die Stimmen einiger Waldtiere richtig erkennen.

Außerdem sehen und lesen sie, wie der Mensch im Laufe der Jahrhunderte die Natur des Osterzgebirges veränderte. Im Mittelalter begann man den Wald für den Bau von Burgen und Siedlungen zu roden, denn in Sachsen hatte man Silbererz und in Böhmen Zinnerz gefunden, die Grenzen mussten also gesichert werden. Dies geschah zwischen 1200 und 1400. Mit dem Bergbau folgten zwei weitere Rodungsperioden, welche den Waldbestand am Ende stark bedrohten. Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich im Osterzgebirge eine geregelte Forstwirtschaft. Heute ist die nachhaltige Forstwirtschaft ein Schlüssel, um auch in der Zukunft die vielfältigen Funktionen unseres Waldes zu sichern.


Ein Virtuose der Farben – Heribert Fischer-Geising

Heribert Fischer-Geising (1896-1984) war Maler und Graphiker, der in seinen zahlreichen Werken hingebungsvoll vor allem seiner Liebe zur Osterzgebirgslandschaft aber später auch zum Schwarzwald und dem Tessin immer wieder Ausdruck verlieh. Insbesondere galt seine Zuneigung Geising und dessen Umgebung. Heribert Fischer-Geising fühlte seit seiner Kindheit eine tiefe Verbundenheit mit diesem Ort im Osterzgebirge. So ließ er sich 1919 hier nieder, nachdem er traumatisiert und schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrte. Er war dann als freischaffender Künstler und Lehrer tätig. 

Die etwa 50 ausgestellten Werke stammen aus dem Fundus des Osterzgebirgsmuseums Schloss Lauenstein und der Heribert Fischer-Geising Stiftung, die dem Museum angeschlossen ist. Mit dieser Dauerausstellung soll an den heute noch viel zu wenig beachteten Vertreter der Neuen Sachlichkeit erinnert werden. Außerdem ist es ein Anliegen der Heribert Fischer-Geising Stiftung, das Werk des Künstlers, zumindest in Teilen, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

  • Die Schnitter, 19XX (Ausschnitt), OSterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein

Im Kerker

Eng verbunden mit der Herrschaft Lauenstein ist die Rechtsgeschichte.

Auf Schloss Lauenstein wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts Gericht gehalten. Zahlreiche Akten aus dem 17. und 18. Jahrhundert erlauben uns heute einen Blick in die Zeit der Grafen von Bünau, die das Privileg der Niederen und Hohen Gerichtsbarkeit inne hatten. Das bedeutet, sie durften neben Geld-, Leibes- und Schandstrafen auch über Leben und Tod der Menschen entscheiden.

Ein finsteres Verlies aus dem Mittelalter auf dem Gelände der Burganlage zeugt ebenso vom Umgang mit einstigen Delinquenten wie die Arrestzellen und die Wächterstube aus dem 19. Jahrhundert in den Kellern im Ostflügel des Schlosses.

  • Blick in eine Gefängniszelle

Der Kräutergarten

Genießen Sie den idyllischen Schlossgarten.

An die Südseite des Schlosses lehnt sich der Terrassengarten. Auf den Beeten gedeihen Heil- und Würzkräuter. Erfreuen Sie sich am Duft der Kräuter und lassen Sie sich von der Pflanzenvielfalt überraschen und vom Anblick der schönen Blüten verzaubern.

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