| Das Schloss |
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Hoch über dem Müglitztal thront malerisch auf einem steil abfallenden Felsen das Schloss Lauenstein. Es ist ein Kleinod sächsischer Renaissancearchitektur.
Über den Ursprung der Burg schweigen die historischen Quellen. Gegründet wird Lauenstein sehr wahrscheinlich um 1200 als eine Grenzburg. Ob diese die Markgrafen von Meißen oder das böhmische Adelsgeschlecht der Hrabischitzer zur Sicherung ihres Landes anlegen lassen, ist ungewiss. Erstmals schriftlich erwähnt ist Lauenstein 1241. Noch heute erinnert die Ruine auf dem äußeren Felssporn an die mittelalterliche Burg.
Das Schloss ist im Wesentlichen vom Stil der Renaissance geprägt. Vom einst dreiflügeligen Schloss sind der Ost- und der Südwestflügel erhalten. Der Nordflügel stürzt Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit ein. Er wird nicht wieder aufgebaut.
1241 wird ein „Christianus de Lewensteine“ als Zeuge des Markgrafen Heinrich in Tharandt genannt
1289 wird „castrum Levensteyn“ unter den Besitzungen aufgeführt, die der Sohn des Markgrafen Heinrich des Erlauchten (1218 - 1288), Friedrich, an den Böhmenkönig abzutreten gedachte
1320 verpfändet Albrecht der Ältere – Burggraf von Leisnig – Lauenstein an Herrmann Burggraf von Meißen: hier wird Lauenstein bereits als „Schloss“ bezeichnet
Um 1340 Herren der Burg sind die von Bergau, zum ersten Mal werden der Ort Lauenstein und auch Eisenhammerwerke um Lauenstein erwähnt
1372 durch Kaiser Karl IV. (1316 - 1378) und Sohn Wenzel (1361 - 1419) in gemeinsamer Erbeinigung mit dem Markgrafen von Meißen wird Lauenstein als böhmisches Lehen erklärt, dabei beanspruchen allerdings die sächsischen Markgrafen die landesherrlichen Rechte in diesem Gebiet
1374 - 1436 Herren von Kürbitz residieren auf dem Schloss als Aftervasallen der Herren von Bergau
1449 Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige (1412 - 1464) kauft die Bergwerke von Altenberg und Zinnwald und in diesem Rahmen auch Burg Lauenstein, Vögte verwalten die Burg
1459 im Vertrag von Eger wird Lauenstein als erbliches böhmisches Lehen an Sachsen übertragen, das Lehensverhältnis erlischt erst 1806
1464 verkauft Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige Burg und Stadt Lauenstein an den Ratsherren von Freiberg und Bergwerksbesitzer Hans Münzer, dieser ist maßgeblich an der bergbaulichen Erschließung der Lauensteiner Region beteiligt
1490 gehen Burg und Stadt an Münzers Verwandten Stephan Alnpeck d. J., dieser verschafft dem Ort städtische Vorrechte
Ab 1517 Schloss und Lauenstein im Besitz der von Bünau, wird innerhalb der Familie bis 1821 weiter vererbt
1594 verheerender Stadtbrand: große Verdienste beim Wiederaufbau durch Günther von Bünau (1557 - 1619), dieser hatte Lauenstein nach dem Brand übernommen - lässt Schloss und Kirche neu mit Kunstwerken durch die Pirnaer Bildhauer Michael Schwenke (1563 - 1610) und Lorentz Hörnig (1575 - 1624) ausstatten, u. a. werden der Wappen- und der Vogelsaal reich ausgestattet
Weitere Stadtbrände: 1643, 1668, 1806, 1858
1821 erwirbt Graf Carl Ludwig August von Hohenthal-Dölkau das Schloss, nach dessen Tod 1826 in Besitz der Hohenthal-Püchaus
1852 bis 1899 beherbergt das Schloss im Ostflügel Geschäftsräume des Königlichen Amtsgerichts und Amtsgerichtswohnungen
1945 verlieren die Hohenthal-Püchaus durch Bodenreform das Schloss, dies geht in Landeseigentum über, dann wird es Eigentum der Stadt Lauenstein, Wohnungen für Flüchtlinge und Umsiedler werden im Schloss eingerichtet, Kinderhort und Jugendclub befinden sich ebenfalls im Schloss
In 50er Jahren eröffnen Bürger im Schloss ein Heimatmuseum, dieses muss später wegen Baufälligkeit wieder schließen
Mitte der 70er Jahre beginnen Instandsetzungsarbeiten am Schloss und Restaurierung einiger Räume
1980 wird das Museum neu eröffnet
In den 90er Jahren beginnen die Sicherungsarbeiten an der Burgruine, die Rekonstruktion der barocken Parkanlage und die Erweiterung des Museums
Heute beherbergt das Schloss das Osterzgebirgsmuseum. Das Schloss mit Museum befindet sich in Trägerschaft der Stadt Geising. Es wird durch den Kulturraum Elbtal - Sächsische Schweiz - Osterzgebirge gefördert. |