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Jäger, Wild und Wald – Die Geschichte der Jagd im Osterzgebirge

Für die Herrschaft Lauenstein spielte die Jagd stets eine wichtige Rolle. Schon im Mittelalter wurde die Jagd mehr und mehr zum Privileg der Adligen. Die Grafen von Bünau hatten das Recht der hohen und niederen Jagd. In der Dauerausstellung sind zahlreiche Trophäen, Tierpräparate und Jagdwaffen zu sehen.

In Lauenstein hat die Beizjagd vermutlich eine längere Tradition. So erzählt die berühmteste Lauensteiner Sage über einen spektakulären Kindesraub:

Der Schlossherr von Lauenstein war um das Jahr 1651 auf einer Reise gestorben. Seine Gemahlin, Agnes Katharina von Bünau, die nun Besitzerin von Lauenstein war, gebar drei Monate nach dem Todesfall einen Knaben, den sie sehr lieb hatte. Als der Knabe zwei Jahre alt war, weilte die Mutter mit dem Kind an einem schönen Frühlingstag auf einem unweit des Schlosses gelegenen Hügel. Der Knabe schlummerte auf dem weichen Rasen. Die Mutter entfernte sich, um Blumen zu pflücken. Plötzlich kam ein gewaltiger Greifvogel aus dem Wald geflogen, der das schlafende Kind mit seinen Fängen erfasste und sich mit ihm in die Lüfte erhob. Langsam trug er die schwere Last dem nahe gelegenen Felsen zu.

Glücklicherweise hatte der am Schloss angestellte Falkner den Vorgang beobachtet. Dieser schickte seinen mutigsten Jagdfalken. Der bedrängte den gewaltigen Greifvogel dermaßen, dass der Adler das Kind loslassen musste. Da er wegen der beträchtlichen Last nicht sehr hoch geflogen war, fiel das Kind unbeschadet in die Wiese und konnte der Mutter wohlbehalten übergeben werden.

 


 

  • Jagdszene, im Hintergrund Schloss und Stadt Lauenstein
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